Geschichte

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Am Markt, dessen Aufschüttung durch Gräfin Anna im 16. Jahrhundert den Anfang der Bürgerstadt Tecklenburg bedeutete, unmittelbar neben der landesherrlichen Legge, die eine Zeitlang das Rathaus dieser stolzen Stadt beherbergte, liegt das Haus Markt 9, errichtet 1826, zehn Jahre, nachdem Tecklenburg Kreisstadt geworden war. Sein damals hochmoderner Quaderputz, seine steinerne Treppe mit der markanten Laube und die repräsentative Eingangstür mit ihrem klassizistischen Sonnensymbol künden noch heute vom Stolz seines Erbauers. Mit dem dunklen Grün des Türblattes korrespondiert trefflich der warme Goldton der schweren Messingklinke, die geradezu dazu einlädt, das Haus zu betreten. Zusammen mit dem mächtigen alten Schlüssel, den Emmi Howe nicht ohne Stolz als Zugangsmittel zu ihrem Elternhaus wie einen kostbaren Schatz hütete, wird Hermann Willers’ Foto zu einem einladenden Schlüsselbild in des Wortes doppelter Bedeutung.

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Für das Haus Markt 9 bricht nun ein neuer Lebensabschnitt öffentlicher Nutzung als Otto Mosersohn Museum Tecklenburg (OMMT) an. Dank des großzügigen Angebotes der Otto Modersohn Stiftung in Fischerhude, dank der Vermittlung von Emmi Howe und dank des Engagements einer Tecklenburger Unternehmerfamilie entsteht hier an historischem Ort und in historischem Gemäuer ein Museum, das dem Frühwerk des wohl bedeutendsten deutschen Landschaftsmalers um die Wende zum 20. Jahrhundert gewidmet ist – ein kleines Wunder bürgerschaftlichen Engagements in Zeiten öffentlicher Sparzwänge. Die dieses Wunder möglich gemacht haben und es auch weiter unterhalten werden, haben sich der Stadt und dem Kreis gegenüber verpflichtet, das Haus ganz ohne öffentliche Mittel zu betreiben – voller Zuversicht, dass sich ein breit aufgestellter Förderkreis begeisterungsfähiger Menschen findet, die als passionierte Aktive oder engagierte Förderer dieses für die Stadt, den Kreis und das Münsterland bedeutende Projekt mit tragen.
Und da liest sich das Schlüsselbild plötzlich auch als Appell: Denn ist nicht der Schlüssel zum Erfolg das Mittun? Muss man nicht, um die Tür zu Neuem zu öffnen, mehr als nur die Klinke in die Hand nehmen? Muss man nicht – ohne Furcht und Zagen – über die Schwelle zu diesem Neuen treten, um sich und der Stadt neue Räume zu eröffnen? Räume, die im buchstäblichen Sinn der Kunst Otto Modersohns und der Feier seiner Kreativität dienen, im übertragenen Sinne aber auch der Vermittlung eines wichtigen Kapitels in der Geschichte des Tecklenburger Landes und nicht zuletzt auch dem Bürgerstolz auf diese Geschichte!
Der Förderkreis Otto Modersohn Museum Tecklenburg lädt alle kulturinteressierten Bürgerinnen und Bürger herzlich dazu ein, teilzunehmen an diesem spannenden Gemeinschaftsprojekt. Dürfen wir auch auf Sie zählen?